Hauptsache gesund?!

Auf meinem Schreibtisch liegt noch ein Stapel mit Weihnachtsgrüßen. Wie unterschiedlich sie sind: Eine bunte Postkarte mit dem klassischen Gruß „Frohe Weihnachten“; ein persönlicher Rundbrief, der mir mitteilt, was der Absender im ganzen Jahr erlebt hat. Die guten Wünsche für das neue Jahr haben sie alle gemeinsam. Und immer wieder betont der Wunsch nach Gesundheit.

Diesmal will ich auf die Grüsse und diesen häufigen Wunsch sofort antworten und nicht bis zum nächsten Weihnachtfest warten. Mein Brief könnte etwa so lauten: „Liebe Verwandte, Freunde und Bekannte! Meine Frau und ich danken Euch sehr für die herzlichen Grüsse zum Neuen Jahr. Die meisten von Euch wünschen uns vor allem: ‚Hauptsache gesund!’ Ja, es macht uns schon sehr dankbar, dass wir in letzter Zeit so gesund waren. Einigen von Euch ist es anders ergangen oder Ihr müsst damit leben, gesundheitliche Probleme zu bewältigen. Das kann ganz schön herausfordernd oder auch belastend sein. Dann ist es gut, wenn man Menschen zur Seite hat, die gern helfen.

Zu Jesus bringen einmal gute Freunde einen Gelähmten. Sie lassen sich nicht von den vielen Leuten abhalten, die ihnen den Weg versperren. Sie decken einfach das Dach ab und lassen ihren Freund herunter, Jesus vor die Füße. Bisher hatte er alle, die ihn um Heilung baten, gesund gemacht. Das erwarteten sie nun auch für ihn. Aber als Jesus ihn sieht, sagt er: ‚Dir sind deine Sünden vergeben!’ Eine überraschende Antwort. Ist Gesundheit nicht die Hauptsache?

Ich denke, auch Jesus geht es darum, dass wir gesund sind. Er will gern helfen, aber er sieht mich ganzheitlich. Er weiß, dass es mir gut tut, wenn ich mit mir selber und mit den Menschen um mich herum klarkomme. Manchmal bin ich wie gelähmt, wenn die Beziehung zu meiner Frau, den Kindern, zu denen, mit denen ich arbeite oder sonst jemand, gestört ist. Und wenn dann – auch mit Gottes Hilfe – die Störung beseitigt ist, dann fühle ich mich ganz und gar wohler. Es geht also darum, dass alle Störungen, die mich krank machen können, beseitigt werden.

Deshalb hat Jesus dem Gelähmten angeboten, seine gestörte Beziehung zu Gott zu heilen. Und dann hat er ihn auch körperlich gesund gemacht. Denn: ‚Hauptsache gesund!’ das gilt in jeder Beziehung. Damit uns das Leben gelingt. Auch das mit Gott!’ Ich denke, so ähnlich sollte ich meinen Freunden schreiben. 
Klaus-Dieter Zunke, Pastor in der Soldatenseelsorge, Ovelgönne