Nicht sicher - aber zuversichtlich

"Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Diese Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch macht Mut, trotz Katastrophen und Terror, zuversichtlich in ein neuen Jahr zu gehen.

Diedrich Bonhoeffer hat diese Worte gedichtet: „Von guten Mächten“, obwohl er keine Sicherheit hatte und mit dem Schlimmsten im Gefängnis der Gestapo rechnen musste, und er hat es auch erfahren. Diese Zuversicht, in hoffnungslosen Verhältnissen zu leben und sie aus dieser Zuversicht des „wunderbar geborgen seins“ für sich zu verändern, kommt aus der Glaubensbeziehung mit dem lebendigen Gott.

Die schreckliche Flutkatastrophe in Südostasien hat uns alle in der Weihnachtszeit aufgerüttelt. Mit Gedenkgottesdiensten wird der Opfer der Katastrophe gedacht, mit Spenden helfen Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft und unterstützen die Hilfsorganisationen. Wir spüren eine große Solidarität mit den betroffenen Menschen in den zerstörten Orten in Indien, Indonesien, Sri Lanka und Thailand.

Naturkatastrophen machen in erschreckender Weise deutlich: es gibt keine letzte Sicherheit auf dieser Erde. Keiner weiß, was ihm Morgen begegnen wird, wir sind vor Überraschungen nie sicher.

Der Glaube an Jesus Christus gibt keine Sicherheit vor Katastrophen und gibt keine Erklärung für das Böse, das uns widerfahren kann, aber der Glaube gibt die innere Kraft und die Zuversicht, sich nicht von diesen Katastrophen und dem Terror in dieser Welt einschüchtern zu lassen.

Von Weihnachten klingen die Worte der Engelsbotschaft noch nach: „Fürchtet euch nicht, ich verkündige Freude, die allen Völkern widerfahren wird.“ Seid nicht bekümmert, denn die Freude an Gott ist eine Lebensfreude, die gerne andere in der Trauer tröstet, die hilft, um Leid erträglicher zu machen.

Gott segnet alle, die sich von guten Mächten leiten lassen - von der guten Macht der Nächstenliebe, das heißt: aus dem Glauben immer wieder neue Kraft schöpfen, um in Solidarität handeln zu können.

Was auch kommen mag, Gott lädt uns ein, mit Zuversicht in ein neues Jahr zu gehen. Denn nur der Zuversichtliche ist bereit, von dem Guten, das ihm widerfahren ist, mit dem in Not geratenen Menschen zu teilen.

 

Erich Schüttendiebel

Lobetalarbeit Celle