Hilf du selbst, denn es hilft dir einer!“

Inzwischen sind die Meldungen und Fotos aus New Orleans in den Innenteil der Zeitung gewandert, die Hilfe läuft jetzt planmäßig und  routiniert, die ersten Dankschreiben sind verschickt. Selbst die U.S.A. als Wirtschaftsmacht Nr. 1 sind jetzt auf Katastrophenhilfe von außen angewiesen.

Und kein Mensch stellt das wohl ernsthaft in Frage: Wenn ein Unwetter so plötzlich und so heftig über eine Region hereinbricht, dass dann die Menschen dort alle erdenkliche Hilfe brauchen. Wir haben noch das Elbe-Hochwasser in Erinnerung, wo viele Helfer auch aus unserem Landkreis dabei waren. Oder der Sturm vom Sommer 97, als ganze Dörfer unter gestürzten Eichen fast begraben waren. Sofort war Hilfe da. Gott sei Dank!

Weniger Aufsehen erregend ist die tägliche Hilfe für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Aber sie ist nicht weniger wichtig. Egal ob ich das Nachbarschaftshilfe nenne oder diakonisches Handeln oder soziale Verantwortung. Auch da – mitten im Alltag - sind wir gefordert, denjenigen unter die Arme zu greifen, die alleine ihren Lebensweg nicht gehen können. Nicht nur, weil es uns auch mal so gehen könnte. Nicht nur, weil wir vielleicht im sozialen oder diakonischen Bereich unser Geld verdienen. Nicht nur, weil wir sonst ein schlechtes Gewissen haben. Sondern vor allem, weil unser Leben ein Geschenk ist und weil wir von Gott geliebt sind. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Dieses Jesus-Wort ist unübertroffen in seiner Deutlichkeit und Wahrheit.

Um daran zu erinnern findet morgen in Niedersachsen der Sonntag der Diakonie statt. Allein 136 Altenheime, 126 Diakonie-Sozialstationen, 22 Evangelische Krankenhäuser und 208 Beratungsstellen gehören zum Diakonischen Werk unser Landeskirche. Sie sind sichtbares Zeichen gelebter Nächstenliebe. 40.000 Menschen sind hier beschäftigt, mehr als 20.000 engagieren sich ehrenamtlich. Eine Massenbewegung für das Leben, für die Liebe, für den Nächsten….

Dabei kommt es nicht darauf an, ob mir der andere sympathisch ist, oder ob er meine Hilfe verdient hat. Sondern wenn ein Mensch Hilfe nötig hat, und ich helfen kann, dann soll ich das auch tun. Ich soll mich nicht überfordern, ich kann auch nicht alle Probleme der ganzen Welt lösen. Aber ich brauche mich auch nicht hinter Ausflüchten verstecken: „Was kann ich denn schon tun!“

Darum: Wenn ich z.B. dabei helfen kann, die Mauern der Armut ein kleines bisschen abzutragen, dann ans Werk, findet

Axel Stahlmann, Pastor an St. Lamberti, Bergen