Bem vindo Angola

Die Welt zu Gast bei Freunden. Angola zu Gast in Celle. Die Welt wird kleiner und das eigene Leben reicher.

Begeisterung liegt in der Luft. Ob Fußballfan oder Fußballmuffel – dem kann sich kaum jemand entziehen. Nicht nur sportlicher Wettkampf führt Menschen zusammen, auch unterschiedliche Kulturen begegnen sich.  Celler Hausfrauen kochen Fisch nach Rezepten aus Angola. Völkerverständigung auf allen Kanälen.

Heute erleben wir in Celle mit dem Angola-Freundschafts-Festival einen Höhepunkt der besonderen Art. 1500 Angolaner werden erwartet. Ein buntes sportliches und kulturelles  Programm ist angekündigt: Afrika bei uns auf dem Großen Plan. Wie schön es ist, sich über Fremdes zu freuen. Wie gut es tut, sich selbst als freundliche Gastgeber zu erleben.

Von der Gastfreundschaft des Abraham wird in der Bibel erzählt. Drei fremde Männer stehen plötzlich vor der Tür seines Zeltes. Er wäscht ihnen die Füße und sie bekommen ein Festessen. Abraham gibt ihnen, was sie brauchen für Überleben und Wohlbefinden in der Fremde. Abraham treibt großen Aufwand, aber es geht um Herzlichkeit und Freundlichkeit, um Mitmenschlichkeit.

Gastfreundschaft ist eine religiöse Pflicht in allen Kulturen. Darin ist das Wissen aufgehoben, dass das Fremdsein zum Menschen gehört, denn: Jeder Mensch ist Fremder – fast überall.

Auch vor und nach der Weltmeisterschaft gibt es Ausländer in unserer Stadt. Keine Gäste, sondern Menschen, die bleiben wollen. Zugegeben - mit manchen haben wir unsere Mühe. Aber viele von ihnen vermissen zu Recht unser herzliches Willkommen.

Vielleicht kann die Weltmeisterschaft ja über die  aktuelle Begeisterung hinaus auch einen nachhaltigen Impuls zur Integration liefern. Vielleicht stößt sie die Tür auf, zu den Menschen aus anderen Ländern, die unter uns leben.  In ihrem Interesse und in unserem Interesse, weil deutlich wird: anderen Menschen begegnen, Grenzen überwinden - das bereichert das Leben auf beiden Seiten. Wir können davon nur profitieren, manchmal ganz wunderbar: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“ (Hebräerbrief 13,2).