29.12.2010
Weihnachtszeit: Das ist die Zeit der Lichter: auf dem Adventskranz, am Weihnachtsbaum, in den Fenstern, an den Häusern. – An so vielen Stellen leuchtet uns warmes Licht entgegen, um die Finsternis der langen Winternächte zu erhellen.
Wir lieben es, Licht in das Dunkel zu bringen. Nicht nur Licht in das Dunkel der Advents- und Weihnachtszeit, sondern auch Licht in die Dunkelheiten des Lebens: Licht in das Dunkel einer unentdeckten Krankheit, Licht in das Dunkel einer kriselnden Beziehung, Licht in das Dunkel eines ungelösten Problems. Nein, es soll nicht finster bleiben. Bei niemandem.
Und doch gibt es Finsternisse, die kein Mensch erhellen kann. Davon spricht der Prophet Jesaja: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ Finster genug war das Schicksal Israels. 732 vor Christus wurde der Staat zerstört. Viele seiner Bewohner wurden nach Assyrien deportiert: Finsternis der Unterdrückung, Finsternis der Fremde, Finsternis des Todes, vor allem aber Finsternis der Hoffnungslosigkeit machten sich breit.
Inmitten dieser hoffnungslosen Lage steht der Prophet Jesaja auf und spricht von einem großen Licht. Gewiss hoffte er damals auf einen König, der mit göttlicher Gewalt kommen sollte. Doch wird er nicht geahnt haben, dass sein Kommen sich über siebenhundert Jahre hinziehen würde. Seit nunmehr fast 2000 Jahren leuchtet dieses Licht in die Finsternis. Weihnachten erinnern wir uns daran. Es trägt den Namen Jesus Christus.
Wie aber kommt sein Licht in meine Dunkelheit? Indem ich einfach ausspreche, was mich bedrückt. Was ich mich nicht zu sagen traue, will ich mutig vor ihm ausbreiten. Was mich quält und bedrückt, will ich mit ihm teilen. So kann es hell werden, in mir und um mich herum.
Dr. Georg Gremels, Hermannsbirg