und liegen geblieben ist er auch: der viele Schnee. Was für eine Überraschung nach all den Jahren, in denen wir fragten, wann
es denn mal wieder richtig Winter wird. Wir hatten schon vergessen, wie das ist, wenn die Straßen nur langsam passierbar sind und Schlitten auch als Transportmittel Sinn machen. So hat der Schnee manche Pläne durcheinandergebracht: Flüge wurden abgesagt, Züge fuhren viel zu spät oder gar nicht und auch der Autoverkehr wurde zum Wagnis. Freunde der Kinder wollten am letzten Wochenende zu Besuch kommen und über Nacht bleiben. Aber deren Eltern entschieden nach Blick aus dem Fenster und auf die Wetterkarte, dass es zu gefährlich sei sich mit dem Auto auf den Weg zu machen. Zuerst gab es lange Gesichter nach diesem Anruf, aber dann waren der Schneespaziergang und Spieleabend in der eigenen Familie auch ganz schön. Dazu kam die Einsicht: es kann passieren, dass man auch die kleine Distanz von siebzig Kilometern nicht so selbstverständlich wie sonst mit dem Auto bewältigen kann. Zum Glück war das Sturmtief Daisy nicht so gefährlich wie angekündigt - und doch hat es uns etwas Demut gelehrt. Wir Menschen sind mit allen unseren technischen Möglichkeiten doch auch von äußeren Umständen abhängig. Alle Pläne, die wir schmieden, stehen unter dem Vorbehalt, dass es auch ganz anders kommen kann. In der Bibel lesen wir:
Ihr sagt: „Heute oder morgen werden wir in die oder die Stadt reisen! Dort werden wir ein Jahr Geschäfte machen und viel Geld verdienen.“ Woher wisst ihr denn, was morgen sein wird? Was ist euer Leben? Es gleicht einem Dampfwölkchen, das aufsteigt und sich sogleich wieder auflöst. Sagt lieber: „Wenn der Herr es will, werden wir noch leben und dies oder jenes tun.“ (aus Jakobus 4)
Pastorin Anke Heger, Westercelle