Himmelsstürmer

Vor dem alten Bahnhof in Kassel ragt ein 25 Meter langes Rohr schräg in den Himmel, darauf eine Figur, die mit großen Schritten dem Himmel entgegen schreitet. Dieses Kunstprojekt entstand 1992 zur Documenta durch Jonathan Borofsky. Die Kasselaner nennen ihn den „Himmelsstürmer“. Mit einer erstaunlichen Entschlossenheit und Leichtigkeit schreitet er dem Himmel entgegen.

Die unendliche Weite des Himmels hat den Menschen schon immer neugierig gemacht. Nicht umsonst hat er große Teleskope gebaut, um in die Tiefe des Weltalls zu schauen. Die Fahrt zum Mond und die Weltraumstation, die unsere Erde umkreist, zeigen die Entschlossenheit, mit der der Mensch den Himmel erstürmt. Manche Sonde ist schon jahrelang im All unterwegs, der Rand unseres Sonnensystems noch nicht erreicht, das im Vergleich mit der Unendlichkeit des Universums so winzig ist.

Der „Himmelsstürmer“ ist für mich ein Symbol für die Neugierde des Menschen, der immer wieder Neues entdecken und erforschen will. Möchte der „Himmelsstürmer“ nicht auch Gott entdecken? Der Glaube spricht von Gott im Himmel. Gott wohnt im Himmel, aber nicht an einem Ort in der Weite des Weltalls. Der Himmel ist Gott selbst. Dieser unsichtbare Gott ist dem Menschen nahe und nicht fern. Nur – dies lässt sich naturwissenschaftlich weder erforschen noch beweisen – aber auch nicht widerlegen.

Wenn Jesus Christus vom Himmel redet, dann ist das ein Reden von Gottes Wirklichkeit. Die Kritiker Jesu wollten ein gewaltiges Zeichen vom Himmel sehen - zur Bestätigung seiner Göttlichkeit. Aber er machte ihnen deutlich: „Ihr habt die Bibel, die über die Worte und Taten Gottes berichtet, wenn ihr diesen Worten nicht vertraut, werdet ihr euch auch nicht von einem Wunder vom Himmel beeindrucken lassen.“

Wenn wir den Worten und Taten von Jesus Christus nachdenken und uns davon inspirieren lassen, werden wir den Himmel Gottes auf Erden erfahren. Die Liebe Gottes ist eine Himmelsmacht: „Sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit.“

Diese Liebe ermutigt uns, ein „Himmelsstürmer“ zu werden, um mit fröhlichen Schritten neue Erfahrungen zu machen: hinter sich lassen was verbittert, sich von der Ungerechtigkeit nicht ausbremsen lassen und sich von der Wahrheit in seinem Denken und Handeln leiten lassen.

Lassen Sie sich durch den „Himmelsstürmer“ neugierig machen, um die himmlische Gegenwart Gottes zu entdecken. Der Himmel auf Erden ist dort, wo ein Mensch Gott entdeckt hat.

Erich Schüttendiebel
Lobetalarbeit