Justizvollzugsanstalten


„Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.“

Diese Worte Jesu aus dem Matthäusevangelium geben den Auftrag an die Kirche, Menschen im Gefängnis nicht sich selbst zu überlassen.

Das Recht auf freie Religionsausübung (Art. 4 GG), das Recht auf Gottesdienst und Seelsorge (Art. 140 GG) und das Zeugnisverweigerungsrecht des Seelsorgers im Strafvollzug (§ 139 Abs. 2 StGB) bieten den staatlichen Rahmen für die Gefängnisseelsorge. Auf der Grundlage der Rechtfertigung allein aus Glauben und des Angewiesenseins auf Vergebung führt der Gefängnisseelsorger seine Gespräche, die unter dem Siegel der Schweigepflicht und gegebenenfalls des Beichtgeheimnisses stehen.

Die Gefängnisseelsorge steht Menschen aller Konfessionen und Religionszugehörigkeit offen gegenüber und ihr Angebot beschränkt sich nicht nur auf evangelische Christen.

Die Gefängnisseelsorge begleitet auch Bedienstete in einem anspruchsvollen und teilweise belastenden Berufsfeld.

Sie leistet in ihrer Arbeit den Versuch, dass das oft unversöhnliche Gegenüber von Opfer, Täter und Gesellschaft insofern aufgehoben wird, dass sowohl das Recht des Opfers und der Hinterbliebenen auf Bestrafung des Täters wie auch das Recht des Täters auf Resozialisierung als gesellschaftlicher Auftrag ernst genommen wird und beide sich nicht gegenseitig ausschließen.

Das Angebot der Gefängnisseelsorge erstreckt sich über einen sonntäglichen Gottesdienst und einer wöchentlichen Sprechstunde bis zu Einzelgesprächen, Begleitungen bei Ausgängen und Unterstützung bei der Stabilisierung bestehender Kontakte. Es werden aber auch Familientreffen und Projekte mit Gefangenen durchgeführt und größere Veranstaltungen wie Theateraufführungen organisiert.

Zur Öffentlichkeitsarbeit gehören Besuche, Vorträge und Unterrichtseinheiten in Schulen, nichtkirchlichen Organisationen und Gemeinden.

 

 

JVA I Trift 14 - 29221 Celle
Tel.:  05141 - 91 13 80
AnsprechpartnerPastor Jan Postel
 
Mail jan.postel@justiz.niedersachsen.de