Di., 10.12.2019

Demonstrationen gegen Sonnwendfeier der NPD in Eschede am 21. Dezember

Kategorie: Allgemeine News

Am Samstag, dem 21. Dezember 2019, findet auf dem NPD-Hof Nahtz in Eschede wieder eine rechtsextreme Sonnwendfeier statt. Die Demonstration gegen dieses Neonnazi-Treffen beginnt um 14.00 Uhr an der L 281, Kreuzung „Im Dornbusch / Zum Finkenberg“. Nach Begrüßung und Eröffnung der Versammlung ziehen die Teilnehmer bis 150 Meter vor den Hof. Redner*innen sind u.a. Kirsten Lühmann (SPD-Bundestagsabgeordnete), Marlies Petersen (Kreisvorsitzende der Grünen), Kirsten Dieckmann (Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus Celle) und Pastor Wilfried Manneke (Vorsitzender "Initiative ´Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus´ in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers). 

Rechtsextreme Brauchtumsfeiern finden schon seit mindestens 25 Jahren auf dem Hof Nahtz in Eschede statt. Das Besondere in diesem Jahr ist aber, dass die NPD-Niedersachsen im Frühjahr den Hof gekauft hat. Die Treffen auf dem Hof bekommen dadurch eine neue Qualität. So hat die NPD auch sofort für den Tag der Winter-Sonnwende am 21. Dezember einen Aufmarsch in Eschede angemeldet. Achtzig Rechtsextreme wollen um 14.30 Uhr den NPD-Hof verlassen und mit Bengalos durch Eschede marschieren. Dort wollen sie an mehreren Stellen Kundgebungen durchführen. 

Dieser Plan der NPD lässt sich aber kaum verwirklichen, da ja um 14.30 Uhr Gegendemonstranten vor dem Hof stehen werden. Zudem wurde die Gegen-Demonstration auch zuerst angemeldet. Vermutlich wird die NPD deshalb auf dem Hof bleiben müssen, falls die Behörden der NPD nicht eine Alternative anbieten. 

Die Bevölkerung in Eschede ist beunruhigt über den geplanten Aufmarsch der NPD. Deshalb bietet die Gemeinde Eschede gemeinsam mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde am 21. Dezember ab 18.00 Uhr ein gemeinsames Singen von Adventsliedern in der Glockenkolkhalle an. Thema: Unsere starke Stimme für Eschede.

Das „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ begrüßt diese Aktion: Es ist wichtig, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme gegen Rechtsextremismus erheben.

 Für Verwirrung sorgt allerdings ein Artikel in der Samstagsausgabe der Cellesche Zeitung (7.12.2019). Unter der Überschrift „Eschede erhebt starke Stimme“ werden die Demonstrationen, die seit zwölf Jahren vor der Abbiegung zum Hof stattfinden, abschätzig als „linke Gegendemonstrationen“ betitelt. Dagegen wehrt sich Pastor Wilfried Manneke: „Unsere Demonstrationen gegen die Treffen auf dem NPD-Hof Nahtz werden von einer politisch breit aufgestellten, vielfältigen, aber entschlossenen Allianz getragen werden. Zu diesem breiten Spektrum gehören Gewerkschafter und Kirchenleute, Angehörige verschiedenster Parteien, Initiativgruppen gegen Rechtsextremismus, auch Leute aus dem Bunten Haus Celle. Wir repräsentieren somit auf unseren Demos eine große Spannweite unserer Gesellschaft. Die Behauptung "gegen Rechte demonstrieren ja nur Linke“ ist reine NPD-Propaganda. Die Rechtsextremen versuchen mit diesem Argument darüber hinwegzutäuschen, dass die überwiegende Mehrheit unserer Gesellschaft rechtsextremes Gedankengut deutlich ablehnt. Bundesweit beteiligen sich immer mehr Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft an den Protesten gegen Rechtsextremismus, auch an den Demonstrationen vor dem NPD-Hof Nahtz in Eschede."

Mitglied des „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“

  • Vorsitzender der "Initiative ´Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus´ in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers"

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