Mo., 15.02.2021

Die Brückenbauer aus Südwinsen
Johanneskindergarten schickt Botschaften mit Herz

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In normalen Zeiten tobt in der Winsener Bahnhofsstraße 9 das pralle Leben. Drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen sorgen im Johanneskindergarten für tägliche Abenteuer, doch seit die Corona-Pandemie die Kitas zu (Teil)Schließungen gezwungen hat, ist auch in Winsen alles anders.

Wenn die Folgen des Lockdowns schon für Erwachsene so eine große Herausforderung sind, was bedeuten Maskenpflicht, soziale Distanz und Abstandsregeln dann erst für die Kleinsten im Celler Landkreis? Eine Frage, die sich auch die Verantwortlichen im Johanneskindergarten stellten. Um ihren Schützlingen zumindest aus der Ferne zu verstehen zu geben, dass sie trotz der Einschränkungen nicht vergessen werden, schicken die Mitarbeiter*innen schon seit Wochen kleine Botschaften mit Herz an die Familien, deren Nachwuchs zu Hause bleiben muss. Sandra Somrak, Einrichtungsleiterin in der Bahnhofsstraße, sagt: „Die Briefe stecken voller Überraschungen: Kleine Aufgaben, ein Geburtstagsbrief, kurze Geschichten, Anregungen zum Basteln und manchmal auch Blumensamen, Luftballons, Konfetti oder Seifenblasen. Mit diesen Briefen wollen wir eine Brücke bauen – eine Brücke von uns aus dem Kindergarten zu den Familien nach Hause.“

Das Feedback, sagt Somrak, sei durchweg positiv: „Die Kinder sind ganz aufgeregt und begeistert, wenn im Briefkasten ein Brief für sie steckt.“ Und auch die Antworten ließen nicht lange auf sich warten. Per Post oder per E-Mail erreichen den Kindergarten Fotos, gemalte Bilder, bemalte Steine oder ein paar Geschichten aus dem „Homeoffice“. Vor einigen Tagen erreichte die Mitarbeiter*innen im Haus Küsterdamm dann eine ganz besondere Überraschung. „Als der Frühdienst morgens die Tür zur Kita aufschließen wollte“, erzählt Sandra Somrak, „fiel der Blick sofort auf viele kleine Herzen. In den Blumentöpfen vor der Eingangstür steckten Zweige und daran hingen etliche kleine Herzen.“ Auf jedem Herz waren Botschaften untergebracht: „Wir vermissen euch“, „Werdet nicht krank“ oder „Viel Glück“. Die Familie eines Jungen aus der Südwinsener Schmetterlingsgruppe hatte sich die Mühe gemacht. „Diese Geste hat mich und das Team sehr berührt“, sagt Somrak. „Sie macht die Verbundenheit sehr deutlich, das gibt uns Kraft und motiviert.“

Auf die Botschaft der Zuhausegebliebenen folgt eine Antwort aus dem Johanneskindergarten: „Liebe Familien, liebe Kinder – wir sagen Danke fürs Durchalten, Danke für die Geduld. Auch wir vermissen die Kinder und sehnen uns nach Normalität. Wir freuen uns auf eine Zeit nach Corona – wir freuen uns auf ein Wiedersehen!“