Mi., 23.12.2020

Drinnen & Draußen: Weihnachtsgottesdienste im Kirchenkreis Celle

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Celle-Blumlage St. Georg, 2019

Kaum war der am Mittwoch in Kraft tretende „harte Lockdown“ beschlossene Sache, meldete sich der Hannoversche Landesbischof zu Wort. „Wir werden in den kommenden Wochen noch viel Kraft brauchen“, erklärte Ralf Meister. Und genau deshalb, so der Hannoveraner, „halten wir daran fest, auf stärkende Weihnachtsgottesdienste nicht zu verzichten“.

Kraft und Mut, Trost und Hoffnung, das sind vor allem am Ende dieses denkwürdigen Jahres die Wörter der Stunde. „Gerade zu Weihnachten suchen die Menschen Trost, vor allem die Weihnachtsgeschichte gibt vielen die Kraft, auch in diesen schwierigen Zeiten nicht den Mut zu verlieren“, fasst es Andrea Burgk-Lempart, die Superintendentin des Kirchenkreises Celle, zusammen. Sie freut sich vor allem über das Engagement in den Gemeinden, die es inmitten der Pandemie geschafft haben, die strengen Hygienekonzepte auf die Gottesdienste während der Feiertage zu übertragen. Weil Abstand, Maskenpflicht und gute Durchlüftung nicht in jeder Kirche gewährleistet werden können, sind viele Kirchengemeinden kreativ geworden und setzen dabei verstärkt auf Freiluftgottesdienste. Wie das evangelisch-lutherische Kirchspiel in Beedenbostel, das an Heiligabend ein Open-Air-Mitmachkrippenspiel inszeniert. Oder die Marien-Kirche Bröckel, die die Christvesper in Wiedenrode am Feuerwehrhaus feiert. Auch in Eldingen, Eschede, Hambühren oder Klein Hehlen weichen die Pastor*innen auf Freiflächen aus. Die Markusgemeinde in Garßen überträgt das Krippenspiel im Internet und in Wietzenbruch werden Online-Andacht und Online-Krippenspiel per Videoprojektion an der Kirchenmauer ausgestrahlt.

Kreativ mussten auch die Verantwortlichen im Innenstadtgebiet sein, damit den Corona-Auflagen Genüge getan werden kann und die Besucher*innen ausreichend geschützt werden. In die Stadtkirche lädt Pastor Volkmar Latossek Gottesdienstbesucher*innen lediglich um 15 Uhr ein. Der 20-minütige Gottesdienst ist vorrangig für Sitzbedürftige. Von 16 bis 19 Uhr finden dann vier Kurzgottesdienste auf dem Gelände zwischen Stadtkirche und Gemeindehaus statt. Der Zutritt erfolgt über einen Zugang zwischen dem Alten Rathaus und der Citywache, der Ausgang über die Stechbahn. „Kurz und knackig“, beschreibt Latossek die reduzierten Gottesdienste, bei denen die Besucher*innen zwar stehen und die gesamte Zeit über einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, dafür allerdings „gemeinsam Weihnachten feiern können, so sicher es nur geht“.

Wenn Pastor Latossek um 17 Uhr auf dem Hof Meine in Lachtehausen einen weiteren Weihnachtsgottesdienst beginnt, startet auf dem Vorplatz des Celler Schlosses eine ganz besondere Veranstaltung. Gemeinsam mit Andreas Döring, dem Intendanten des Schlosstheaters Celle, feiert Superintendentin Burgk-Lempart einen Freiluftgottesdienst mit musikalischer Begleitung. Der Clou: Die Besucher*innen verteilen sich auf vorher mit Kreide abgesteckte Stehplätze rund um das begrünte Rondell mit Blick auf das Schloss.
Veranstaltungstechniker sorgen für ein ausgewogenes Hörerlebnis der Anwesenden und eine festliche Beleuchtung des Celler Wahrzeichens. Eine Jazzcombo wird weihnachtliche Musik spielen. Intendant Döring liest aus der Weihnachtsgeschichte vor. Auch hier: safety first. „Ich kann versichern“, sagt Döring, „dass die gesamte Veranstaltung mit größter Sorgfalt durchdacht und geplant wurde.“

Zu dieser Planung gehört, dass sich interessierte Gottesdienstbesucher*innen vorab Eintrittskarten bestellen müssen. Die unterschiedlich gefärbten Tickets für die Gottesdienste in und vor der Stadtkirche, sowie vor dem Celler Schloss können telefonisch (05141 7735) oder per E-Mail (info(at)stadtkirche-celle.de) im Gemeindebüro reserviert werden. Auf den Gottesdienstkarten müssen die Kontaktdaten vermerkt werden, die am Eingang abgegebenen Tickets werden im Januar aus Datenschutzgründen vernichtet.  Für den Gottesdienst vor dem Celler Schloss können Sie sich auch über die Internetseite kirchenkreis-celle.gottesdienst-besuchen.de anmelden.

Doch nicht nur vor dem Schloss und in den verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises werden Weihnachtsgottesdienste gefeiert, auch in der CD-Kaserne wird das in diesem Jahr erstmals möglich sein. Verantwortlich dafür sind Oberlandeskirchenrätin Dr. Nicola Wendebourg und die Präsidentin des Landeskirchenamtes Dr. Stephanie Springer. Im Gespräch unter Kolleginnen sei man auf die Idee gekommen, zu Weihnachtsgottesdiensten auf moderne Art und Weise in die CD-Kaserne einzuladen, sagt Dr. Springer, Gemeindemitglied der Celler Stadtkirche: „Wir wollen versuchen, vielleicht ein etwas anderes Publikum für die Gottesdienste zu begeistern.“ Gemeinsam mit CD-Kaserne-Geschäftsführer Kai Thomsen haben Wendebourg und Springer ein Konzept für zwei Gottesdienste entwickelte, die Heiligabend um 21:30 Uhr, sowie um 23 Uhr in Halle 16 der CD-Kaserne stattfinden sollen – natürlich unter den erforderlichen Hygienemaßnahmen. Maximal 70 Personen dürfen einer Veranstaltung beiwohnen, der Mindestabstand ist streng einzuhalten, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Den Titel der Gottesdienste – „Bethlehem ist überall“ – haben Wendebourg, Springer und Thomsen nicht ohne Grund gewählt. „Wir haben uns gefragt: Was gehört zu den besonderen Elementen des Weihnachtsfestes?“, sagt Dr. Springer. Begleitet von Musik werden dazu vier Kurzinterviews geführt, zwei davon digital. Die Hebamme Danny Michel berichtet über das Wunder der Geburt, Gefängnisseelsorger Jan Postel spricht über die Einsamkeit der Inhaftierten in der Weihnachtszeit, die Tiny-House (Minihaus)-Besitzerin Madalina Sundh über kleine, aber schutzbringende Herbergen und die Bewohner*innen des CMS-Seniorenheims am Bremer Weg über die besondere Situation in einer Zeit der politisch verordneten sozialen Distanz. Einlasskarten für die Gottesdienste in der CD-Kaserne können online unter kirchenkreis-celle.gottesdienst-besuchen.de geordert werden.

Wer auch an Heiligabend lieber zu Hause bleiben möchte oder aus Schutzmaßnahmen die eigenen vier Wände nicht verlassen kann, dem bietet der Kirchenkreis in diesem Jahr eine besondere Möglichkeit, trotzdem am weihnachtlichen Gottesdienst teilzuhaben. Über einen Videostream, der an Heiligabend auf den Websiten der Gemeinden im Kirchenkreis, sowie auf der Homepage der Celleschen Zeitung angeboten wird, kann man sich den Weihnachtsgottesdienst in der Stadtkirche ganz bequem auf dem heimischen Sofa anschauen. Auch im Jahr der Corona-Pandemie wird an Weihnachten niemand alleine gelassen.