Do., 03.09.2020

Erlebniswanderung durch Norwegen... in Celle

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Das Highlight des Jahres in der Jugendarbeit der evangelischen Kirche ist der gemeinsame Ferienausflug jeden Sommer. Die vergangenen Jahre stand der Plan immer fest: Wandern durch die skandinavische Wildnis in Norwegen oder Schweden. Doch dieses Jahr ist alles anders. Die Corona-Pandemie hat das tägliche Leben stark geändert - und macht auch vor der Ferienplanung nicht halt. Schon im März war klar: Die geplante Reise nach Norwegen mit 16 Jugendlichen kann nicht stattfinden. Aber für Susanne Mauk, Kirchenkreisjugendwartin, war ebenso klar: "Wir bleiben nicht Zuhause!"

Ferienfreizeit trotz Corona - aber wie?

Wenn der Kirchenkreis Celle schon nicht nach Skandinavien fahren kann, dann kommt ein Stück Skandinavien-Abenteuer eben nach Celle. Vom 13. bis zum 23. August wurdedie Sommerfreizeit kurzerhand in den heimischenKirchenkreis verlegt. „Schöne Strecken zu erkunden gibt es im Celler Landkreis schließlich auch genug“, sagt Heiko Baron, einer der Teamer der Gruppe. Das Programm sollte größtenteils das gleiche bleiben: Kanufahren, Wandern, Campen. Selbst einige norwegische Snacks konnten besorgt werden.Durch das Verweilen im eigenen Land konnten sogar zusätzliche Aktionen geplant werden, die in Norwegen nicht möglich gewesen wären. So standen dieses Jahr auch Hochseilklettern an Bäumen oder ein Escape-Room mit auf dem Plan.

Die Gesundheit der Teilnehmer steht trotzdem an erster Stelle. „Wir gelten für die Dauer der Freizeit zwar als eine Hausgemeinschaft“, erklärt Susanne Mauk. „Wir haben keine Drittkontakte. Am Anfang waren wir aber untereinander mit Spuckschutz und Masken tragen auch untereinander sehr vorsichtig, was im Verlauf der Freizeit nicht mehr notwendig war“.Eine wichtige Ausnahmeregelung, denn schließlich geht es um Gemeinschaft.

Teamer Jan Schwensfeger erinnert sich, wie sie es geschafft haben, den zehntägigen Ausflug genehmigt zu bekommen: „Es war uns wichtig, die Freizeit trotz der Umstände irgendwie möglich zu machen. Es ging nur dadurch, dass wir immer, wenn nötig Kompromisse eingegangen sind. Wenn eine Sache durch Corona nicht ging, mussten wir halt auf eine andere umsteigen.“Und diese Beharrlichkeit hat sich gelohnt. Denn damit ist der Kirchenkreis Celle einer der wenigen in der Landeskirche, der eine Sommerfreizeit für seine Jugendarbeit anbieten konnte.

Zehn Tage volles Programm

Trotz Kompromissen gab es keine Schwierigkeiten, das Programm auszufüllen.

Donnerstagmorgen, Neun Uhr, Aufbruch in Klein Hehlen. In den folgenden zehn Tagen sollte die Gruppe über acht verschiedene Stationen bis nach Eschede wandern. Auf dem Weg gab es viel zu erleben und auszuprobieren - dafür haben die Gruppenleiter*innen gesorgt. Orientierungslauf im Wald nach Hambühren, Escape-Room und Kletterstation in Nienhagen, Notfallsimulation in Wienhausen, jeder Tag hatte seine eigenen Herausforderungen. Abends wurden die Strapazen mit Lagerfeuer und einer kleinen Andacht abgerundet. Nicht immermusste der Weg zum nächsten Campingort zu Fuß gepilgert werden. Die Strecke von Schwachhausen nach Altencelle konnte mit Kanus und sogar einem selbst gebauten Floß die Aller entlang gepaddelt werden.

Und am Ende sind die Teilnehmer*innen voll und ganz begeistert. Sören Heins kann den direkten Vergleich zu den Vorjahren anstellen, er war bereits in Skandinavien schon dabei. „Es ist schon ein anderes Feeling, aber von den Aktionen ist es hier sogar fast schöner.“ Der 20-Jährige lobt die familiäre Atmosphäre unter den Jugendlichen: „Solange man mit einer tollen Truppe unterwegs ist, ist es eigentlich ganz egal, wo man ist!“