Mi., 07.03.2018

Evangelische Christen gehen am kommenden Sonntag an die Wahlurne

Kategorie: Allgemeine News

Die fünf niedersächsischen Landeskirchen wählen am 11. März Leitungsgremien für sechs Jahre 

Die erste große Hürde in den 30 Gemeinden des Kirchenkreises und der reformierten Kirche in Celle ist genommen: Es haben sich genügend Kandidatinnen und Kandidaten gefunden, die in den nächsten sechs Jahren in ihren Kirchengemeinden Verantwortung übernehmen wollen. Jetzt heißt es für die 69.000 wahlberechtigten evangelisch-lutherischen und die reformierten Christen in Stadt und Land: An die Wahlurnen gehen und 172 Frauen und Männer in die Vorstände wählen. 

Celles neue Superintendentin Dr. Andrea Burgk-Lempart freut sich, dass es in den vergangenen Monaten gelungen ist, in allen Gemeinden so viele Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, dass eine ordentliche Wahl durchgeführt werden kann. Burgk-Lempart während eines Pressegesprächs am Montag: „Es ist ja nicht selbstverständlich, dass sich so viele Freiwillige ansprechen lassen, für sechs Jahre wirklich Verantwortung für das Personal, für Bauangelegenheiten und die inhaltliche Ausrichtung unserer Kirche zu übernehmen!“ Tatsächlich tragen die Kirchenvorstände eine erhebliche Verantwortung für ihre Kirchengemeinden. Dass dieses Ehrenamt aber auch erhebliche Gestaltungsspielräume mit sich bringt, zeigt sich daran, dass sich immerhin 236 Kandidaten im Alter von 19 bis 78 Jahren zur Wahl stellen – für ein reines Ehrenamt, für das es keine Sitzungsgelder oder Aufwandsentschädigungen gibt. 

Neu bei der in den lutherischen Landeskirchen alle sechs Jahre stattfindenden Wahl ist in diesem Jahr die erstmals parallel dazu stattfindende Wahl in den reformierten Gemeinden. Zum ersten Mal wird in sieben Kirchengemeinden, darunter die Stadtkirche, erprobt, ob die allgemeine Briefwahl die Wahlbeteiligung erhöht. Superintendentin Burgk-Lempart: „Wir machen das zur Erprobung und schauen, ob wir dadurch die Wahlbeteiligung erhöhen können.“ Selbstverständlich könne aber jeder, der gern vor Ort wählen möchte, dies auch tun.

Die Synoden der Landeskirchen haben zu den Kirchenvorstandswahlen 2018 das Wahlalter auf 14 Jahre gesenkt. Für Burgk-Lempart ist das eine einsichtiger Schritt, weil mit 14 Jahren in der Regel die Konfirmationen stattfinden und außerdem die Religionsmündigkeit gegeben ist: „Jetzt können sich die Jugendlichen in demokratische Beteiligungsmöglichkeiten einüben und lernen, dass sie eine Stimme haben. Gerade auf dem Hintergrund neuerer Untersuchungen, dass nur noch 30% der Jugendlichen finden, dass Demokratie die beste Regierungsform ist, ist die frühe Wahlmöglichkeit in unserer Kirche ein kleiner Impuls zur Festigung demokratischer Kultur.“ 

Generell sind am Sontag die Wahllokalte in den Gemeinden mindestens sechs Stunden geöffnet. Genaue Zeit- und Ortsangaben, wann und wo man seine Stimme abgeben kann, finden sich auf den Wahlbenachrichtigungen, die alle Mitglieder der jeweiligen Kirchengemeinden erhalten haben. 

Die Anzahl der abzugebenden Stimmen variiert von Gemeinde zu Gemeinde. Je nach Größe der Kirchengemeinde sind mehr oder weniger Vorsteher zu wählen. Alle wichtigen Informationen hierzu finden sich auf den Wahlzetteln. Erste Wahlergebnisse wird es in den Gemeinden ab Sonntagabend geben.  

Bild (Uwe Schmidt-Seffers): Kirchenamtsleiter Uwe Neumann, Superintendentin Dr. Andrea Burgk-Lempart, Pastor Dr. Andreas Flick aus der Reformierten Gemeinde, Kirsten Kahle, Koordinatorin der Kirchenvorstandswahl im Kirchenamt