Do., 04.02.2021

Kirchenkreis-Serie: Was mich bewegt – heute: Pastor Diemo Rollert

Kategorie: Texte Startseite, Allgemeine News

Pastor Diemo Rollert

Neues Jahr, neue Herausforderungen, neue Themen, die den Kirchenkreis bewegen. In einer Serie berichten Mitglieder aus dem Kirchenkreis, welche Dinge sie aktuell beschäftigen, was ihnen gerade auf der Seele brennt oder welche Erlebnisse ihnen zuletzt Mut und Hoffnung gegeben haben. Teil 3 mit Diemo Rollert, Pastor in der Johannesgemeinde Wietzenbruch.

Die Wertschätzung des Alltäglichen

Außer Trauerfeiern haben wir in der Johanneskirche fast alles abgesagt. Und doch wollen wir im Ortsteil präsent bleiben. Dafür probieren wir neue Formen aus, zum Beispiel das Abendmahl @ Home, die Arbeit mit der KonAPP, oder mit Videoandachten. Aber wird das reichen, damit die Menschen hier nicht den Kontakt zur Kirche verlieren und umgekehrt?

Dabei freue ich mich über den „schnöden Mammon“ und die Zeichen, die Menschen damit setzen. Die Spenden zum Freiwilligen Kirchgeld sind im Vergleich zu 2019 erheblich gestiegen. Auch die Spenden für „Brot für die Welt“ konnten wir fast auf dem Vorjahresniveau generieren. Das tut unserer Gemeinde und den fernen Nächsten gut, ist aber vor allem ein großartiges Zeichen der Verbundenheit. Ich freue mich über jede Begegnung auf Distanz und über jeden Gruß und jedes Gebet füreinander.

Besonders großen Respekt habe ich vor der ehrenamtlichen Arbeit der Kirchenvorstände, die schwierige Entscheidungen unter schwierigen Voraussetzungen treffen müssen. Für mich als Onlineseelsorger der ersten Stunde ist außerdem erfreulich, dass die Coronakrise in der Landeskirche das Bewusstsein geschärft hat, dass ein Projekt wie chatseelsorge.de wichtig ist und ausgebaut werden muss.

Es ist schön, mehr Zeit für die Familie zu haben. Allerdings ist es bei voller Berufstätigkeit und Homeschooling mit jüngeren Schulkindern ein anstrengender Spagat, dem auch wir tapfer standhalten. Ich persönlich spüre, dass diese Zeit nicht dafür taugt, einmal wirklich abzuschalten. Stattdessen stehe ich dauerhaft unter Anspannung. Umso größer ist die Sehnsucht, den geplanten Urlaub im Februar auch wirklich antreten zu können.

Was wird bleiben von dieser schwierigen Zeit? Ich glaube, das Absinken der Besuchszahlen der regelmäßigen Sonntagsgottesdienste wird sich beschleunigen. Deshalb sollten wir schauen, welche Alternativen und Ergänzungen sich bewährt haben.

Bei fast jeder und jedem spüre ich eine Sehnsucht nach normalen Begegnungen und einem normalen Alltag. Vielleicht erwächst daraus eine liebevolle Wertschätzung des Alltäglichen. Ich möchte dazu beitragen, dass der christliche Glaube zu diesem liebevollen Alltag weiter dazu gehört.