Mo., 11.09.2017

Luther und die deutsche Sprache - Vortrag am 19. Oktober in Celle

Kategorie: Allgemeine News

Die Gesellschaft für deutsche Sprache Celle lädt am Donnerstag, 19. Oktober 2017, 19.30 Uhr zu einem Vortrag von Prof. Dr. Anja Lobenstein-Reichmann aus Göttingen zu einem Vortrag zum Thema "Luther und die deutsche Sprache" in den Beckmannsaal, Magnusstraße 4 in Celle ein.  

Frau Prof. Lobenstein-Reichmann promovierte 1998 über das Thema „Freiheit bei Martin Luther“. Habilitation 2008. Sie ist Leiterin der Forschungsstelle „Frühneuhochdeutsches Wörterbuch“ an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen sowie dessen Mitherausgeberin und -autorin. Dieses Werk ist ein semantisch orientiertes Grundlagenwerk zur textlichen Überlieferung des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit. Sie lehrt als Professorin für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Prag und als apl. Professorin an der Universität Heidelberg. Sie veröffentlichte zahlreiche Artikel zur Sprache, Begriffs- und Ideologiegeschichte der Reformationszeit sowie des 19. und 20. Jahrhunderts, zur Lexikographie, Sprachgeschichte, Sprachpragmatik und Sprachsoziologie.

 

Sie kündigt ihren Vortrag folgendermaßen an: War Martin Luther der Schöpfer der deutschen Sprache oder zumindest ein Sprachgenie, das, so Herder, „die deutsche Sprache, einen schlafenden Riesen, aufgewecket und losgebunden“ hat?  Oder war er nur ein religiöser Agitator, dessen „Schimpfen, Speien, Wüten“ Thomas Manns „instinktive Abneigung“ erregt hat? War er ein genialer Übersetzer oder nur jemand, der den „Jargon gärender Unterschichten“ in die Schriftsprache überführte, als er beim Übersetzen der Hl. Schrift der „mutter ym haus“ und dem „gemeine(n) man“  „aufs Maul“ geschaut hat? Luther gilt nicht nur theologisch als Weltwandler, er gilt auch sprachgeschichtlich als der entscheidende Sprachwandler des Deutschen. Der Vortrag versucht zu zeigen, was dran ist an den Mythen und Legenden zu Luthers Sprachschaffen.