Fr., 13.07.2012

Ein Nachruf zum Tode von Dr. Hilmer von der Wense von Bodo Wiedemann

Rubrik: Allgemeine News

 

Die Nachrufe auf  Dr. Hilmer  von der Wense fallen bemerkenswert anders aus, als das, was üblicherweise zu lesen ist. Das hat seinen guten Grund. Wer Dr. von der Wense kennenlernte, spürte sofort diese wohltuend menschliche Haltung, mit der er zuhören, die Dinge erfassen und zu einer guten Lösung bringen konnte. Das war gepaart mit einer soliden Prise feinfühligen Humors. Es war angenehm, mit ihm zu arbeiten. Er strahlte Zuversicht aus.

Selbstverständlich war das nicht. Denn Dr. von der Wense musste sich der außerordentlichen Belastung seiner Behinderung stellen. Er hatte offensichtlich gelernt, in dieser permanent schwierigen Situation von sich selbst abzusehen und sich den Dingen zuzuwenden, die er für wichtig hielt. Da ergaben sich für ihn bewundernswert reiche und breitgefächerte Betätigungsfelder. 

Schon am Anfang seines Studiums hatte er beschlossen, in die Verwaltung zu gehen. Das war für das Celler Land ein Glücksfall. Als Kreisdirektor trug er neben vielen anderen Arbeitsfeldern Verantwor-tung für den gesamten sozialen Bereich. Da ergab sich eine beispielhaft gute Kooperation zwischen Landkreis und Kirchen-kreis. Er legte den Grundstein für den Sozialpsychiatrischen Dienst und die Suchtberatungsstelle, deren Trägerschaft der Kirchenkreis übernahm.

Im Nachruf des Landkreises heißt es, Dr. von der Wense sei über viele Jahre „das soziale Gewissen“ des Landkreises gewesen. Das hat sich auch in seinen ehrenamtlichen Funktionen gezeigt: z.B. im Ev. Kinderheim, im Linerhaus, im DRK.

Der Kirchenvorstand Westercelle und der Kirchenkreis haben ihm viel zu danken. Wir konnten uns auf seine sachlich abwägende Klarheit verlassen und auf seinen Blick für Situationen, wo Hilfe nötig war. Die Partnerschaft mit der Kirchen-emeinde Lawalde in Sachsen hat er kräftig mitgepflegt. Und es wurde ihm nicht zuviel, mit dem Celler Bauausschuß die maroden Gebäude im Partnerkirchenkreis Löbau zu besuchen und mögliche Hilfen durch den Kirchenkreis Celle dort zu beraten und ein-zuleiten.

Am Tag der Verlobung las das junge Paar im Herrnhuther Losungsbuch die Sätze: „Des Herrn Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.“ (Jes. 28,29) Das wurde zum Leitwort für das gemeinsame Leben in der Familie, im Beruf,  in den Ehren-ämtern.

Hilmer von der Wense hatte ein Gespür für das, was den Menschen nützt, den Schwachen hilft und das Gemeinwesen zu einem sozialen macht. Das konnte man bei ihm lernen. Es ist tröstlich und motivierend zugleich, wenn jemand solche Spuren hinterlässt.

 Bodo Wiedemann, Superintendent i.R.