Fr., 05.03.2021

Die Menschenbegleiterin – Madalina Sundh wird neue Pastorin im Kirchenkreis

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(Unser Foto zeigt hinten links Ordinator Regionalbischof Dr. Hans Christian Brandy, links vorne Pastor Diemo Rollert, rechts Pastorin Anne Störmer als Assistierende und in der Mitte Madalina Sundh)

Psalm 73,28: „Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte.“ Ein schöner Satz. Ein guter Satz. Und ein wichtiger, wenn man sich der Arbeit bei der Ev.-luth. Kirche verschrieben hat. Für Madalina Sundh, seit dem vergangenen Wochenende neue Pastorin im Kirchenkreis Celle, hat der Psalm sogar noch eine tiefergehende Bedeutung. Sie hat sich diesen Spruch auf die Haut tätowieren lassen.

So eine Entscheidung trifft man nicht einfach aus Langeweile. „Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte“ – Sundhs damaliger Pastor wählte diesen Satz einst als Konfirmationsspruch für sie aus; 19 Jahre später ist es auch ihr Ordinationsspruch geworden. In seiner Predigt in der Wietzenbrucher Johanneskirche sagte Regionalbischof Dr. Hans Christian Brandy aus Stade: „Das bekommt nun ein Ziel, auf das Sie lange hingelebt haben: dass ich verkünde all dein Tun. Darum wird es ja gehen in diesem Beruf.“

Im Alter von sechs Jahren zog Sundh mit Ihrer Mutter aus dem rumänischen Hermannstadt (rumänisch Sibiu) ins Frankenland, als Teamerin fand sie in der Jugendarbeit der örtlichen Gemeinde Anschluss, die Konfirmationszeit bestätigte die junge Frau in der Überzeugung, später als Pastorin zu arbeiten. „Ich wollte mein Leben lang Menschen begleiten“, sagt Sundh und bringt damit die Kernaufgabe ihrer Berufung auf den Punkt. Ehe es sie nach Celle verschlug, sammelte sie als Vikarin im fränkischen Herzogenaurach Erfahrungen, vor einem Jahr zog sie mit ihrem Mann, den beiden Kindern und Sennenhund Mort nach Niedersachsen. Knapp ein Jahr wohnte die Familie auf dem Campingplatz in Alvern in einem sogenannten Tiny House. Sundh sagt: „Gott hat uns zielstrebig hierhergeführt. Als Familie waren wir während der Pandemie gesegnet: Den kompletten Platz hatten wir mit einer Handvoll sehr freundlicher Dauercamper quasi für uns alleine. Die Feierabende waren trotz der für alle belastenden Zeit oft wie kleine Miniurlaube.“

Als Sondervikarin arbeitete Sundh an der Albrecht-Thaer-Schule BBS III, wo sie nicht nur als Religionslehrerin, sondern auch in ihrer Funktion als Seelsorgerin in Anspruch genommen wurde. „Häufig ging es um Beziehungsthemen, aber auch Gewalt und Psychoterror. Das war schockierend und spannend zugleich“, sagt Sundh. Sie sei außerdem überrascht gewesen, wie viele Jugendliche bereits Erfahrungen mit dem Sterben und dem Tod machen mussten. Als ordinierte Pastorin wird sie nun zu zwei Dritteln an der BBS I in Altenhagen tätig sein. Daneben wird sie u.a. Gottesdienste vorbereiten, die Zusammenarbeit der Lehrkräfte stärken und vielfältige Fortbildungsangebote organisieren. „Mir liegt außerdem an einer Vernetzung der Religionslehrkräfte innerhalb des Landkreises“, so Sundh.

„Gott schenke Ihnen immer wieder neu diese Zuversicht des Glaubens“, beendete Regionalbischof Brandy seine Ordinationspredigt in der Johanneskirche, „und eine ansteckende Freude, dass viele mit Ihnen ermutigende Erfahrungen im Glauben machen mögen.“ Dafür scheint die neue Pastorin genau die Richtige zu sein.