Mi., 07.04.2021

Evangelische Kirchen und Diakonie enttäuscht über KiTa-Teststrategie in Niedersachsen

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Das Kultusministerium plant derzeit keine Verlängerung der Grundsatzvereinbarung zu Testungen in Kindertageseinrichtungen zwischen dem Land, den Kommunen und den Trägerverbänden. Künftig sollen für Mitarbeitende in den Kitas zwei Selbsttests pro Woche mit einem anteiligen Betrag von drei Euro pro Test finanziert werden. Beschaffen soll sich das Testmaterial jeder Träger selbst. Die Konföderation evangelischer Kirchen und die Diakonie in Niedersachsen hatten die Grundsatzvereinbarung erst Anfang März unterzeichnet.

„Wir sind enttäuscht, dass das Land keine Fortführung der bewährten Grundsatzvereinbarung zu Testungen in Kindertageseinrichtungen anstrebt. In den vergangenen Wochen konnten wir gute örtliche Teststrategien für Kindertageseinrichtungen etablieren“, sagt Andrea Radtke, Bevollmächtigte der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen.

Die Diakonie und die evangelischen Kirchen sehen es als problematisch an, dass eine vom Kultusministerium angestrebte Umstellung auf Selbsttestungen in den meisten Regionen nicht so schnell umzusetzen sein wird. Zudem ist die zeitnahe Beschaffung von großen Mengen an Testmaterial für die Träger problematisch, da gegenwärtig noch nicht ausreichend PoC-Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung zu den gedeckelten Erstattungsbeträgen auf dem Markt verfügbar sind.

„Wir fühlen uns hier im Stich gelassen“, so Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. „Die in der Ministerpräsidentenrunde mit der Kanzlerin am 12. März vereinbarte Strategie von Tests in Schulen und Kitas wird seitens der Landesregierung nicht befördert, sondern jetzt werden die Kitas mit einer Teststrategie sich selbst überlassen. Dies ist nicht hilfreich, gezielt und schnell die Pandemie in den Griff zu bekommen.“ Die evangelischen Kirchen und die Diakonie in Niedersachsen sind mit über 1100 Kindertageseinrichtungen der größte freie Trägerverband.