Di., 21.02.2012

Generalbundesanwalt Range spricht sehr persönlich über seinen Glauben

Kategorie: Allgemeine News

Kanzelredner Range macht bei 8. Celler Bürgerkanzel Mut zum Gottvertrauen

            Als der Kanzelredner Harald Range in der Celler Stadtkirche am 19. Februar seine sehr persönliche Meditation über das Lied „Vertraut den neuen Wegen“ aus dem Evangelischen Gesangbuch beendet hatte, hörte man sogar zaghaften Applaus von einigen der rund 350 Gottesdienstbesuchern. Range war es überzeugend gelungen, seinen eigenen Lebensweg in einen persönlichen Dialog mit dem in der Wendezeit in der DDR bekannt gewordenen Kirchenlied zu bringen

Dass am frühen Sonntagabend die Celler Stadtkirche so gut besucht war, lag sicher auch an der Neugierde vieler Celler Bürgerinnen und Bürger: Schließlich bekleidet Harald Range, der zehn Jahre lang als Oberstaatsanwalt in Celle tätig war, erst seit kurzem die wichtige Funktion des Generalbundesanwalts in Karlsruhe – und die Zuständigkeit für die Aufarbeitung der Mordserie der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU hat ihn sogleich einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland bekannt gemacht

Der bescheiden auftretende Range nutze das „Heimspiel“ auf der Kanzel in seiner Stadtkirchengemeinde nicht, um einen rechtsphilosophischen Vortrag zu halten, so wie er ihn auch zu anderen Anlässen an anderen Orten halten könnte. Er ließ sich auf die besondere Redeform „Predigt“ ein und nahm seine Zuhörer mit in die Zeit vor wenigen Monaten, als er vor der Frage stand, ob er sich die Berufung in das neue Amt in Karlsruhe annehmen solle. Durchaus humorvoll ließ Range die Gespräche mit seinen erwachsenen Kindern anklingen. Er erwähnte aber auch, dass ihm in dieser persönlichen Entscheidungssituation das Lied „Vertraut den neuen Wegen“ geholfen habe, das ihm in dem Gottesdienst anlässlich des 300jährigen Jubiläums des Oberlandesgerichts in der Stadtkirche Celle begegnet war. In einem inneren Dialog mit den biblischen Hoffnungsbildern dieses Liedes ließ sich Range schließlich ermutigen, die neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Range: „Und außerdem habe ich mich daran erinnert, dass Abraham noch ein ganzes Stück älter war, als er sich auf neue Wege senden ließ

Superintendent Dr. Hans-Georg Sundermann, der den Kanzelredner im Anschluss an die Ansprache interviewte,  bedankte sich bei Range denn auch für die wohltuende Offenheit, mit der dieser über seine Hoffnung und seinen persönliche Glauben gesprochen habe. Sundermann: „Das erlebt man nicht eben häufig, dass Menschen so unverkrampft darüber Auskunft geben, was sie im Innersten bewegt und wie sie den Glauben in den Alltag ihres Lebens holen.“ Wie anregend dieser Bürgerkanzelgottesdienst in der Stadtkirche für die Celler war, zeigte sich auch daran, dass die Gespräche während des anschließenden Empfanges im Seitenschiff kaum enden wollten

Am 30. September wird Oberbürgermeister Dirk Ulrich Mende die Bürgerkanzel in der Stadtkirche besteigen