Di., 02.03.2021

Hilfe für die Bahnhofshelfer

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Celle, Montagmorgen – in der Bahnhofshalle in Celle herrscht reger Betrieb. Um acht Uhr öffnet sich eine unscheinbare Tür zwischen dem Zeitungsladen und den Bahnsteigen. Hier ist der Anlaufpunkt für alle, die Hilfe benötigen, die ein Ohr zum Zuhören brauchen oder die sich einfach etwas aufwärmen wollen: die Bahnhofsmission.

Daniela Brückner ist die Leiterin der Einrichtung. Zusammen mit etwa 30 ehrenamtlichen Mitarbeitenden, steht sie allen zur Seite, die am Bahnhof Unterstützung suchen. Das selbst gesteckte Ziel ist es, ein Stück Himmel am Bahnhof aufblitzen zu lassen. Und das wird dankbar angenommen! Bis zu 60 Personen besuchen pro Tag die Mission.

„Wir haben viele Stammkunden, die fast jeden Tag zu uns kommen. Um eine warme Dusche oder ein belegtes Brötchen zu bekommen oder ein paar Minuten zu verweilen, bis der nächste Zug kommt.“, erklärt Brückner. So sieht der Alltag aus, aber die 43-Jährige erinnert sich auch an Fälle, bei denen die Bahnhofsmission selbst darüber hinaus das Leben ihrer Besucher verbessern konnte: „Wir haben zum Beispiel einem obdachlosen Herrn geholfen, einen festen Wohnsitz zu bekommen! Es ist schön, was man alles bewirken kann, man bekommt so viel Dankbarkeit zurück.“

Auch in der Coronazeit sind die ehrenamtlichen Mitarbeitenden in den blauen Westen im Einsatz, packten und verteilten im ersten Lockdown Tüten und hörten zu – quasi am Zaun der Bahnhofsmission. Seit November dürfen nur noch vier Gäste gleichzeitig die Räumlichkeiten nutzen. Das sei zwar schade, dennoch sei sie froh, dass sie als verlässliche Anlaufstelle geöffnet haben könnten, sagt Brückner.

Neben einer Tasse Kaffee, manchmal auch Kuchen oder geschmierten Broten und einem Gespräch, gibt es auch die Möglichkeiten zum Gespräch, in Ruhe die Zeitung zu lesen, im Badezimmer zu duschen oder sich bei Bedarf Kleidung oder einen wärmenden Schlafsack auszusuchen.

Um all dies bewerkstelligen zu können, bekommt die Bahnhofsmission finanzielle Unterstützung durch die Kirchen. Aber das alleine reicht nicht immer aus, um alle Ziele umzusetzen. Deshalb soll jetzt durch Crowdfunding das nächste Ziel schneller erreicht werden: eine neue Küche. Die aktuelle Küche ist bereits über 20 Jahre alt. Täglich gehen dort 100 geschmierte Brote sowie 100 Tassen Kaffee oder Tee über den Tresen. Nach so langer Zeit und intensiver Benutzung klemmen die Schubladen und hängen die Schranktüren. Benötigt wird deshalb eine neue Küche, die den zukünftigen Aufgaben standhält und die Besucher der Bahnhofsmission gut versorgt.

Beim Crowdfunding finanzieren eine Vielzahl von Spendern ein großes Projekt – und das mit jeweils nur kleinen Beträgen. 1.000 Euro ist das Ziel, das es zu erreichen gilt, um die neue Küche zu verwirklichen. Wie beim Crowdfunding üblich, muss jeder Teilnehmende nur zahlen, wenn am Ende der Aktion genug Geld zusammengekommen ist. Darum zählt jede Spende. 

Das Projekt kann ab sofort für vier Wochen unter www.celle-crowd.de/bahnhofsmission unterstützt werden. Helfen auch Sie und schenken damit ein Stück Menschlichkeit!