Mi., 21.04.2021

Impf-Solidarität mit globalem Süden

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Der evangelische Superintendent Joachim Jeska aus Osnabrück hat zur Impf-Solidarität mit den Menschen in Entwicklungsländern aufgerufen. "Viele Länder im globalen Süden können sich die teuren Impfstoffe entweder nicht leisten oder stehen bei den Verhandlungen an hinterster Stelle", sagte er am Donnerstag mit Blick auf den bundesweiten Gedenktag für die die Verstorbenen der Corona-Pandemie am Sonntag (18. April). "Angesichts dieser dramatischen Situation wünsche ich mir dringend mehr Impf-Gerechtigkeit bei der Bekämpfung der Pandemie."

Wissenschaftliche Forschungsergebnisse sollten geteilt und Endprodukte als öffentliches Gemeingut betrachtet werden, forderte Jeska. Sie müssten der ganzen Menschheit zugänglich sein. Dazu gehöre auch, den Patentschutz dem gesellschaftlichen Bedarf anzupassen und zeitweise auszusetzen, damit auch den armen Ländern der Zugang zu Impfstoffen ermöglicht werde. "Wenn die Bundesregierung sich dafür auf internationaler Ebene starkmachen würde, ginge vom Gedenktag für die Corona-Toten in Deutschland eine Geste globaler christlicher Solidarität aus, die den Betroffenen überall auf der Welt Mut macht", sagte der Theologe.

Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Osnabrück ist seit 40 Jahren partnerschaftlich mit dem Kirchenkreis Umfolozi in der Provinz KwaZulu-Natal in Südafrika verbunden. Südafrika steht laut Jeska erst am Beginn seiner Impfkampagne.

Die Stadt und der Landkreis Osnabrück wollen am Sonntag um 17 Uhr mit einer Gedenkfeier vor dem Rathaus an die Corona-Opfer erinnern. Neben Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) und Landrätin Anne-Katrin Kebschull (Grüne) werden auch Vertreter der Religionsgemeinschaften vor Ort sein. Für alle Verstorbenen in der Region sollen Kerzen entzündet werden. Zum Abschluss läutet die Totenglocke der evangelischen St. Marienkirche. Im katholischen Dom wird um 19 Uhr ein Gedenkgottesdienst mit Bischof Franz-Josef Bode gefeiert.