Sa., 27.02.2021

Wort zum Sonntag: Katastrophennahrung

Kategorie: Allgemeine News

"Food of Desaster" nennen die Menschen auf Vanuatu Lebensmittelvorräte, die an sicherem Ort vergraben werden, damit im Fall einer Katastrophe etwas zu essen da ist. Mit solchen Katastrophen muss man auf dem kleinen Inselstaat östlich von Australien ständig rechnen. Vulkanausbrüche und Erdbeben, vor allem aber Wirbelstürme mit Verwüstungen und Überflutungen nehmen in den letzten Jahren an Stärke und Häufigkeit zu. Der Wasserspiegel steigt, Dörfer an den Küsten mussten bereits umgesiedelt werden. Klimakatastrophe ist auf Vanuatu nicht nur ein Wort, sondern längst Realität. Das richtige Grundstück für ein Haus auszusuchen ist mehr als anderswo ein existentielles Problem, und es ist zunehmend schwerer zu lösen.

"Worauf bauen wir?" fragen die Frauen aus dem eigentlich paradiesischen Archipel zum Weltgebetstag 2021. Damit erinnern sie an ein Wort der Bergpredigt. Glücklich diejenigen, die ihr Haus auf einen unzerstörbaren Felsen bauen. Um sichere Fundamente für Haus und Leben geht es nächsten Freitag bei den Gottesdiensten rund um den Erdball. Es geht, so sagt es der Bibeltext, um aufmerksames Hören auf die Ansagen Jesu und entsprechendes solidarisches Handeln, nicht mehr, nicht weniger. Es geht um die Menschen auf Vanuatu, um nachhaltiges und klimabewusstes Handeln, aber auch um uns in unserer aktuellen Krise.

Die Vorbereitungsteams mussten und müssen diesmal alles anders machen. "Katastrophennahrung" wurde per Post verschickt oder digital verbreitet. Die Frauen nicht im Stich lassen, die Gebetskette nicht abreißen lassen, die Spendensammlungen aufrecht halten, das ist in diesem Jahr wichtiger als je zuvor. Die Frauen im Celler Kirchenkreis haben kreative Lösungen gesucht und gefunden. Es gibt z.B. einen Kurzgottesdienst am Feuerkorb (Concordia), eine offene Kirche am Nachmittag mit Musik und Bildern (Altencelle), einen Wandelgottesdienst (Eschede), einen schlichten Gottesdienst mit Anmeldung (Wathlingen). Informationen und Spendentütchen werden verteilt und auch Gottesdienste an einem anderen Termin ins Auge gefasst. Katastrophennahrung gegen die Mutlosigkeit, darauf dürfen wir hoffen, und auf unsere Hoffnung können wir bauen. Unser Fundament ist gegründet.

Christiane Boltz, ev. Frauenarbeit im Kirchenkreis Celle