Gute Ideen halten lange. Seit nunmehr 20 Jahren hat die Andachtsreihe „Wunde Punkte“, die zur Passionszeit Andachten an besonderen Celler Orten und Institutionen feiert, ihren festen Platz in der Woche vor dem Osterfest. Und auch in diesem Jahr gehen die Organisator*innen um Pastorin Antje Seelmeyer und Pastor i.R. Martin Prüwer wieder da hin, wo es auch mal wehtun kann – ganz im Zeichen des Leidensweges Jesu. Die Idee: Kirche und soziale und gesellschaftliche Brennpunkte zusammenführen, um aus christlicher Sicht auf die vielen Problembereiche unseres Alltags und Miteinanders hinzuweisen. Dazu werden von Montag, dem 30. März, bis Ostersamstag, den 4. April, an jedem Tag um 18 Uhr Andachten an verschiedenen Orten stattfinden. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die jeweiligen Institutionen.
Am Montag, den 30. März, eröffnet Dr. Volker Witte, Rechtsanwalt, Notar und Mediator, die „Wunden Punkte“ in seiner Kanzlei „Encke & Partner“ in der Trift 18. „In diesen schwierigen und manchmal so kompliziert wirkenden Zeiten, kann anwaltlicher Beistand eine wichtige Bedeutung haben“, erklärt es Pastor i.R. Dr. Helmut Geiger.
Einen Tag später, am Dienstag, den 31. März, geht es in der Aula Stiftung Linerhaus (Dorfstraße 1 in Altencelle) um ein heikles Thema. „Und er schlug (nicht) zu – Sozialer Trainingskurs bei häuslicher Gewalt“ hat Pastorin Antje Seelemeyer die Andacht betitelt. Becky Metzner und Marc Wittenberg, Fachkräfte Täterarbeit häusliche Gewalt, werden von ihrer Arbeit berichten.
Diese Aufgabe übernimmt als Gastgeberin am Mittwoch, den 1. April, Julia Dittel, Leiterin der Celler Bahnhofsmission. Gemeinsam mit Pastor Carsten Junge wird sie den wichtigen sozialem Dienst der Kirche am Bahnhof in den Mittelpunkt stellen.
Pastor i.R. Martin Prüwer wird am Donnerstag, den 2. April um 18 Uhr, an einem etwas außergewöhnlichen Ort seine Andacht des Tages halten. Auf der Poststraße, gleich gegenüber von der Drogerie Müller, haben die Celler „Omas gegen Rechts“ ihren Stammplatz. Wie wichtig diese Verzahnung aus Kirche und Widerstand gegen Rechtsextremismus ist, zeigt allein die Tatsache, dass selbst die „Omas gegen rechts“ bereits für ihre Demonstrationen angefeindet werden.
„Kriegskinder – Kriegsenkel! – Die unbewusste Weitergabe von Erfahrungen“ hat Pastorin Ilka Greunig ihre Andacht am Karfreitag genannt. Im Johanniterhaus Celle (Wittestraße 7) hat die Altenseelsorgerin des Kirchenkreises ihre Amtskollegin Anita Christians-Albrecht, Beauftragte für Altenseelsorge in der Landeskirche Hannover, zu Besuch.
Den Abschluss der diesjährigen „Wunden Punkte“ bildet am Ostersamstag eine Andacht mit dem Titel „Eine Bank ist kein Zuhause“ bei dem Pastorin Uta Feddersen die Ambulante Hilfe für wohnungslose Menschen in der Neustadt 63a besucht und dabei gemeinsam mit Mitarbeiterin Marina Opitz auf die vielfältigen Sorgen und Nöte von Menschen ohne Wohnung aufmerksam macht.
Die „Wunden Punkte“ sind frei zugänglich für jede und jeden Interessierte(n), unabhängig von der Konfession.