So viel Begegnung war lange nicht mehr vor dem leerstehenden Karstadt-Haus mitten in der Celler Altstadt. Zum „Tag der Wohnungslosen“ hatte sich ein Helfer-Netzwerk aus verschiedenen sozialen Einrichtungen (die vollständige Liste finden sie am Ende des Textes) in der Innenstadt positioniert, um auf die Situation von wohnungslosen Menschen aufmerksam zu machen.
„Auch hier in unserer Stadt haben viele Menschen kein festes Zuhause“, erklärt es Julia Dittel, Leiterin der Bahnhofsmission, die am Infostand unter anderem von Behiye Uca aus der Beratungsstelle für Arbeitslose des Diakonischen Werks Celle begleitet wurde. Mit kostenlosen Äpfeln im Gepäck versuchten sie und ihre Kolleg*innen gezielt Menschen anzusprechen, um auf die zum Teil dramatischen Umstände hinzuweisen.
Immer mehr Menschen verlieren ihre Wohnung, zum Beispiel durch Trennungen oder Schicksalsschläge. Bezahlbarer Wohnraum ist auch in Celle knapp, deshalb ging es dem Helfernetzwerk auch darum, die Celler Bürgerinnen und Bürger bewusst mit der Möglichkeit von verfügbarem Wohnraum zu konfrontieren. „Gerade ältere Menschen haben vielleicht eine kleine ungenutzte Wohnung in ihrem Eigenheim und könnten sich dazu entschließen, diese zur günstigen Anmietung anzubieten“, sagt Julia Dittel und fasst die Idee zusammen: „Ein Mensch wird durch Sozialarbeit betreut und ein anderer Mensch hat Hilfe in Haus und Garten – und gegen die Einsamkeit.“
Erstaunlich viele Angesprochene hätten sehr interessiert und positiv auf die Angebote und Anregungen am Infostand reagiert, sagt Dittel und hofft nun darauf, dass das Thema Wohnungslosigkeit in Celle auch dauerhaft im Bewusstsein der Öffentlichkeit eine Rolle spielt.
Beteiligt am „Tag der Wohnungslosen“: Bahnhofsmission, Diakonisches Werk, Ambulante Hilfe für wohnungslose Menschen in Celle, Herberge zur Heimat e.V. (Kalandhof), Projekt HOME des Linerhauses, Mehrgenerationenhaus, Landkreis Celle